Isomorphe Metapher
Was ist eine isomorphe Metapher?
Meine ersten Metaphern waren zu durchschaubar — am Ende sagte ich brav „und die kleine Eiche, das bist eigentlich du“, und mein Gegenüber machte innerlich dicht. Dass die Kunst gerade darin liegt, die Struktur exakt zu treffen und die Oberfläche unähnlich zu halten, musste ich erst lernen. So geradlinig, wie diese Definition klingt, war mein Weg dahin nicht — den ganzen Umweg, mit einer komplett gebauten Beispielgeschichte und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, habe ich im Beitrag über die isomorphe Metapher ausgebreitet.
Evidenz-Ehrlichkeit: Die isomorphe Metapher ist ein etabliertes Praktiker-Werkzeug aus der Erickson-/Gordon-Tradition, kein kontrolliert geprüftes Verfahren. Was belegt ist, liegt daneben: die Wirkung des Reframings (kognitive Neubewertung) und der narrativen Transportation. Den eigentlichen 1:1-Übersetzungseffekt nutze ich, weil er in der Praxis trägt — nicht, weil ihn eine Studie misst.
Welche Kernelemente machen die isomorphe Metapher aus?
- Strukturgleichheit: die Relationen der Geschichte entsprechen exakt denen des Problems — nicht die Details.
- Oberflächen-Ungleichheit: je fremder die Welt, desto geringer die Abwehr; zu nah, und es wirkt wie Belehrung.
- 1:1-Zuordnung: jede reale Figur, jeder Konflikt, jede Ressource hat ein Gegenstück in der Geschichte.
- Lösung im Bild: die Auflösung wird in der Metapher vollzogen, nicht erklärt — der Hörer überträgt selbst.
- Schweigen danach: keine Deutung nachschieben; das Auflösen bleibt beim Hörer.
Verwandte Begriffe
Reframing · Nested Loops · Milton-Modell · Narrative Transportation · Suggestion · Trance